Antworten an diejenigen, welche die NKT-Ordination verunglimpfen, Teil 1

Antworten an diejenigen, welche die NKT-Ordination verunglimpfen, Teil 1

Bitte lesen Sie auch die Artikel auf der Neue Kadampa Wahrheit Website, Verleumdung: Die NKT-Ordination ist nicht gültig und Verleumdung: Mönche und Nonnen der NKT sind nicht authentisch in denen die hauptsächlichen Widerlegungen der Verleumdungen enthalten sind.

In diesem zweiteiligen Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf die Natur und Funktion der NKT-Ordination und der Authentizität ihrer Überlieferungslinie. Im zweiten Teil werden alle 253 Gelübde eines vollordinierten Mönches gelistet und wir erklären, wie sie in den 10 Gelübden eines Mönches oder einer Nonne in der Neuen Kadampa-Tradition enthalten sind.

Der Ehrwürdige Geshe Kelsang Gyatso sagt im Ordinationshandbuch:

Die verbale Erläuterung der Kadampa-Ordination ist kurz – es gibt nur zehn Verpflichtungen – aber ihre Praxis ist sehr umfassend. Diese zehn Verpflichtungen, die ihr versprecht einzuhalten, sind eine Zusammenfassung der gesamten Lamrim-Unterweisungen. Obwohl wir eine mündliche Erklärung dieser Gelübde in ein paar Stunden abschließen können, ist ihre Praxis allumfassend. So solltet ihr es tun – wenige Worte, aber immer praktizieren, umfassend praktizieren.

Buddha hat die Erklärungen über Ordination im wesentlichen in den Vinaya-Sutras gegeben.  Vinaya (tibetisch Dülwa) heißt wörtlich „kontrollieren“; der Zweck der Vinaya ist somit „[den Geist] zu kontrollieren“, mittels höherer moralischer Disziplin, da dies die Grundlage für die Entwicklung reiner Konzentration ist (ruhiges Verweilen), und diese wiederum die Grundlage für tiefgründige Weisheit (höheres Sehen).

Die ersten fünf Kadampa Gelübde – das Aufgeben von Töten, Stehlen, sexueller Tätigkeit, Lügen und Drogen nehmen – sind in allen Vinaya-Linien enthalten.

Die zweite Gruppe von fünf Gelübden

  • Zufriedenheit zu praktizieren
  • Begehren nach weltlichen Vergnügen zu vermindern
  • Sinnlose Tätigkeiten aufzugeben
  • Die Zufluchtsverpflichtungen einzuhalten
  • Die drei Schulungen von reiner moralischer Disziplin, Konzentration und Weisheit zu praktizieren

wurde den Mahayana-Sutras der Vollkommenheit der Weisheit und seinen Kommentaren entnommen, z.B. Atishas Lamrimtext Eine Lampe für den Pfad zur Erleuchtung, der sich wiederum auf Arya Asangas Text Die Bodhisattva-Stufen (Sanskrit: Bodhisatttvabhumi) bezieht, wo sechs Zweige, oder notwendige Bedingungen für die Erlangung von ruhigem Verweilen aufgelistet sind, u.a.:

  1. Geringe Wünsche
  2. Zufriedenheit
  3. Keine Ablenkenden Tätigkeiten
  4. Reine moralische Disziplin
  5. Keine ablenkenden Vorstellungen

Diese vorbereitenden Übungen sind Methoden um den Geist zu schulen – Methoden der moralischen Disziplin. Der eigentliche Zweck einer Ordination als buddhistischer Mönch oder Nonne ist die Praxis moralischer Disziplin, die es ermöglicht ruhiges Verweilen zu erlangen. Mit ruhigem Verweilen kann man höheres Sehen erlangen. Mit diesen drei höheren Schulungen – moralischer Disziplin, Konzentration und Weisheit – kann man Befreiung aus Samsara erlangen. Atisha sagt in seinem Text:

Wer die Zweige des ruhigen Verweilens vernachlässigt wird niemals Konzentration erlangen, selbst wenn er mit großem Bemühen für tausend Jahre meditiert.

Von einigen wird die Gültigkeit der fünf letzten Kadampa Ordinationsgelübde immer noch abgelehnt, nur weil sie nicht wortgetreu in dieser Form in den Vinaya- oder Pratimoksha-Sutras erscheinen. Solche Kritiker würden sagen, obwohl es knapper und prägnanter ist, kann man das Gelübde „Zufriedenheit zu praktizieren“ nicht in traditionellen Ordinationstexten finden.

Darauf zu bestehen, dass Kadampas den einzelnen Buchstaben der Gelübde statt ihrem wesentlichen Sinn folgen sollten, heißt den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen. Beispielsweise ist Gelübde Nr. 31 – keine neue Schlafmatte zu beschaffen bevor nicht sechs Jahre verstrichen sind – offenkundig ein spezieller Fall des allgemeineren Vorsatzes Zufriedenheit zu praktizieren. Den Sinn und die Bedeutung der einzelnen Vinaya-Grundsätze zu erkennen und einzuhalten, das ist der Weg, wie die Kadampa-Ordination verstanden und praktiziert wird.

Wenn Sie die 253 Gelübde eines vollordinierten Mönches lesen (in Teil 2 dieses Artikels), dann können Sie sich selbst fragen, ob es in der heutigen Zeit wirklich möglich ist, sie buchstabengetreu einzuhalten? Es ist fraglich, ob es überhaupt einen einzigen Mönch auf diesem Planeten gibt, der versucht, ihnen Wort für Wort zu folgen. Außerdem ist die Überlieferung der vollen Ordination für Nonnen in der tibetischen Tradition bereits vor Jahrhunderten ausgestorben, wodurch Nonnen zu zweitklassigen Klostermitgliedern wurden.

Es ist hilfreich zu wissen, dass die 253 Vinaya-Gelübde schrittweise entstanden sind, eines nach dem anderen, je nach den Bedürfnissen der heranwachsenden monastischen Gemeinschaft und den sozialen Normen der Welt zur Zeit Buddha Shakyamunis. Es ist jedoch möglich, die spirituellen Prinzipien, die hinter diesen Gelübden stehen, in reiner und aufrichtiger Weise einzuhalten und diese Prinzipien in praktischer Weise unserer heutigen Gesellschaft anzupassen. Dies kann geschehen, ohne dass etwas von der Bedeutung und Funktion der vollen 253 Gelübde verloren geht, und in voller Übereinstimmung mit den Unterweisungen Buddha Shakyamunis und aller anderen großen buddhistischen Meister. Dies ist es, was die Kadampa-Ordination so authentisch, schön, sinnvoll und geeignet für unsere heutige, moderne Welt macht.

Ein anderer Fehler der Kritiker ist, dass versucht wird, die 10 Kadampa Ordinationsgelübde in eine bestimmte Schublade zu stecken, entweder die der 5 Gelübde einer Laienfrau oder eines Laienmannes (Tib. Genyenma/Genyenpa), der acht Gelübde eines Entsagenden (Tib. Rabjung), der 10 oder 36 Gelübde einer Novizennonne oder eines Novizenmönches (Tib. Getsulma/Getsulpa), oder der 253 Gelübde eines vollordinierten Mönches (Tib. Gelong). Die Gelübde der Kadampa-Ordination sollen jedoch als praktische Zusammenfassung der essentiellen Bedeutung der Ordinationsgelübde betrachtet werden. Deshalb ist die korrekte Frage eher, wie z.B. die 253 Gelübde eines Gelong in den umfassenderen 10 Kadampa-Gelübden enthalten sind und nicht anders herum.

Es gibt selbstverständlich verschiedene Arten, wie man dies tun kann und viele der 253 Gelübde können unter mehr als einem der 10 Kadampa-Gelübde eingeordnet werden. Im zweiten Teil des Artikels zeigen wir ein Beispiel, wie alle Novizen- und Vollordinationsgelübde in klarer Weise in den umfassenden, aber dennoch knapp formulierten Gelübden der Kadampa-Ordination enthalten sind. Der Text  The Sramanera/Sramanerika Precepts wird als Referenz für die Novizengelübde verwendet, und Advice from Buddha Shakyamuni als Referenz für die Gelübde der vollen Ordination

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